Biografie

Schrenk, Peter (Biographie)

Degerstrasse, 46, 40235 Düsseldorf, Tel.:0211-664607 info@peter-schrenk.de

Geb.: 08.06.1943, Berlin

Eltern Schauspieler: Edith Schrenk und .Heinz-Andreas Ehm. Jugendjahre in der DDR. Falkensee, Anklam, Greifswald und Loitz Krs. Demmin. Nach Selbstmord der Mutter 1958 Übersiedlung zum Vater nach Hamburg. Odenwaldschule, Werbekaufmannslehre, Flucht nach Frankreich. Zu ´schmalbrüstig´ für die Fremdenlegion, Abschiebung nach Deutschland. In Aachen Arbeit als Maschinensteller, Gleisbauarbeiter, Packer u. Lagerarbeiter. Nach vier Jahren Bundeswehr, Schauspielschulen in Heidelberg u. Frankfurt/M. Ausbildung zum Studienleiter in der Marktforschung. Be-gleitstudium a. d. University of Maryland. Als Manager in Vertrieb, Marketing und PR bei Banken und in der Automobil- und Automobilzubehörindustrie. Längere Auslandstätigkeiten in London, Paris, New York und Moskau. Lebt und arbeitet heute als freiberuflicher Schriftsteller Schauspieler und Berater. Seit 1976 in Düsseldorf wohnhaft. 1990 erstmals wieder Kontakt zum Vater in Hamburg.

1990 Förderungsstipendium Kultusministerium NRW für den Roman ´Die Konferenz von Reading´

Bibliographie
Ein fremder Tod* (Goldmann, München, 1988), Ohne Obligo* (Goldmann, München, 1989), ...und dann Berlin* (Goldmann, München, 1990), Die Konferenz von Reading* (Ammann, Zürich, 1992), Sangers Fluch* (Das Neue Berlin, Berlin, 1998), Fetter Sand ( 2008 Verlag Shaker Media)
* n. mehr lieferbar

Schreibt von 1988 bis 2008 Romane, deren Protagonisten ihren Hintergrund im Milieu der Polizei haben.

Erstling: ´Ein fremder Tod´ 1988 im Goldmann-Verlag..

„Mehr als mancher Kommunalpolitiker macht sich ... Peter Schrenk um die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt Düsseldorf im 700. Jahr ihrer Stadtwerdung verdient. Nach Essens Haferkamp, Duisburgs Schimanski und Münchens Derrick hat er Düsseldorf „seinen Kommissar“ gegeben: Hauptkommissar Vitus H. Benedict.´ Die Welt. Artikel von Harald Posny. 8. Juni 1988.

´Verwischte Spuren sind nicht die einzigen Rätsel, vor denen Hauptkommissar Vitus H. Benedict und sein Assistent Gernot Ganser stehen. Auch der aus Tokio angereiste Kollege Sakamoto erleichtert nicht die Recherchen... Das Verdienst, einen Hauch Fernost nach Nordrhein-Westfalen gebracht zu haben, gebührt... Peter Schrenk.´ Frankfurter Allgemeine Zeitung, -lei-, 9.12.1988. Ein fremder Tod.

´Mit den Kenntnissen eines Insiders deckt Schrenk die Provisionspraktiken der Banken im Leasinggeschäfts auf.´ WIRTSCHAFTSWOCHE, Helene Conrady, 6. 10. 1989, Ohne Obligo.

An die Stelle vorgestanzter Typen sind Individuen getreten... Zum Beispiel, die auf ihre Rechte pochende, emanzipierte Kriminalbeamtin... In Peter Schrenks... verschränkter Geschichte um einen Düsseldorfer Sittlichkeitsverbrecher einerseits und ein Killerkommando der IRA, das auf einen britischen Staatsbesuch in der Bundesrepublik angesetzt ist, andererseits ist sie gewissermaßen das Salz in der Suppe.´Die Welt, Henk Ohnesorge, 23./24. Juni 1990, ...und dann Berlin.

´Eher beiläufig, aber ungewöhnlich präzise, erzählt Peter Schrenk in dieser spannenden Geschichte von der Zeitgeschichte Deutschlands und Europas, wie sie sich in den Biografien und seelischen Verletzungen der Menschen spiegeln... Wenn Literatur dort beginnt, wo das pralle Leben spürbar wird, dann zählt dieser Krimi da-zu... Auf den Dichter und seine Werke dürfen wir uns freuen, und wenn das Fernsehen gut beraten ist, sucht es schon einen Darsteller für diese reizvolle Benedict-Figur.´ Oberhessische Presse, Paul-Josef Raue, 7.1.1993, Die Konferenz von Reading.

´Der Kriminalroman ist eigentlich ein ideales Medium, um sich mit gesellschaftlichen Entwicklungen auseinanderzusetzen. Deutsch-deutsche Befindlichkeiten spiegeln beispielsweise Peter Schrenks „Sangers Fluch“ ... wider. Von Düsseldorf nach Berlin versetzt wird... Peter Schrenks Kommissar Benedict. Er soll den rätselhaften Tod des Sängers Dean aufklären und verstrickt sich dabei im Gewirr von Gerüchten und Nachrichtendiensten, folgt der schmutzigen Spur des Majors Raschke, erfährt dabei einiges über das Leben in der ehemaligen DDR – und über sich selbst... Krimi-nalromane als Anlaß, über die eigenen Haltung nachzudenken? Warum nicht. Und spannend sind sie ja auch noch.´ Leipziger Volkszeitung, 3. April 1998, Sangers Fluch.

Textprobe: Manuskript FETTER SAND

Der Raum war weiß gekachelt und die Kälte sprang ihn an wie ein hungriger Polarwolf. Frostig fauchte ihm die dröhnende Klimaanlage einen scharfen Luftzug entgegen. Seine schweißnasse Haut schien im Nu mit winzigen Eiskristallen bedeckt zu sein. Kaum, dass er seine Zähne daran hindern konnte, laut aufeinander herum zu klappern. Dann hatte er sich aber endlich wieder halbwegs im Griff und richtete seinen Blick auf die beiden, in Plastikhüllen aufgebahrten Körper.

Wasserleichen waren ihm schon immer ein Graus gewesen.
´Sie haben Phantasie, Meister Benedict´, hatte ihm die Psychologie-Dozentin auf einem der Kommissar-Lehrgänge damals gesagt, ´das ist einerseits gut, denn in vielen Fällen werden Sie damit erfolgreicher sein als Ihre Kollegen, andererseits werden Sie deswegen aber auch an bestimmten Fällen leiden wie ein Hund!´

Er hatte das erst viel später verstanden.

Sehr viel später.

Als seine dienstlichen Toten irgendwann angefangen hatten, ihn auch noch nach Hause zu begleiten. Er die Erschlagenen, durch Würgemale Verunstalteten, Ertränkten, Gefolterten und brutal Vergewaltigten nicht, wie seine Kollegen, einfach im Aktenschrank des Präsidiums zurücklassen konnte. Benedict war also innerlich gewappnet, als die doctora den Reißverschluß der festen Plastikhülle öffnete.

Von dem Gesicht war kaum mehr etwas zu erkennen.

Was allerdings die blutverkrustete Schädelstruktur an Hautfragmenten noch intakt gelassen hatte, erlaubte Benedict nur zwei Schlüsse: bei diesem eingesackten Toten vor ihm handelte es sich erstens um keine Wasserleiche und zweitens um einen Farbigen. Niemand hatte ihm aber gesagt, dass dieser Düsseldorfer ein Farbiger war. Hilfesuchend sah er zu Dra. Dolores Campéz hinüber.
„Mierda!“, fluchte die laut, als sie den Fehler bemerkte.
Hastig zog sie den Reißverschluß wieder über das zerstörte Gesicht. „Das ist doch der Freund und Kollege von unserem Genossen, dem Sargento Lopez.“
Benedict drehte den Kopf zu seinem dunkelhäutigen Begleiter. Der lehnte mit fest geschlossenen Augen an der gefliesten Wand. Die Farbe seines Gesichtes hatte sich dem faden Grau eines gebrauchten Aufwischtuches angenähert und es schien noch dazu auf die Hälfte seines vorherigen Umfanges geschrumpft zu sein. Nein, der Polizist Lopez vom Innenministerium machte im Moment wirklich keinen sehr gesunden Eindruck.
„Das, comisario, ist der junge Mann, dessen Gewebe du gerade bei mir unter dem Mikroskop gesehen hast! Er hat sich mit seiner eigenen Pistole in den Himmel oder in was auch immer befördert. Nachdem er sich im Dienst unserer glorreichen Sache diesen schönen Virus bei einer yanqui- Touristin eingefangen hatte.“
Benedict verstand nicht, warum die hagere Medizinerin derart gehässig über den Toten redete. Er war doch ein Mitarbeiter ihrer eigenen Dienststelle gewesen. War sie neidisch auf die jungen Männer in ihrem vollen Saft? Oder leistete sie sich das nur, weil der Mann an der Wand kein Deutsch verstand?
„Aber warum mußte er sich denn deshalb gleich umbringen? War er denn schon so weit, dass es keine Behandlungsmöglichkeit mehr gab?“
„Ach, comisario! Behandlung? Hier, in Kuba? Selbst für die eigenen Leute können wir die teuren Medikamente nicht mehr bezahlen. Also hätte man ihn doch nur irgendwohin weggesperrt, wo er dann still und leise krepiert wäre. Nicht mal ein Heldenbegräbnis hätte er bekommen. Ein Kämpfer an der revolutionären Front stirbt schließlich nicht an AIDS! Und was sollte man auch auf seinen Grabstein schreiben? ´Unser Genosse hat sich im Dienste der Revolution aufgerieben´?!“
Benedict erschauerte. Er stellte sich neben den Mann an der Wand und legte ihm die Hand auf den Arm. Suchte nach trostspendenden Worten. Aber es fiel ihm nichts ein. In dieser fremden Sprache. In diesem Eiskeller unter dem Ministerium. Am Platz der Revolution.
So sagte er nach einer Weile dann auch nur ziemlich hilflos: „¡Hey... compañero!“

Im Herbst 2013 hörte Peter Schrenk mit dem Schreiben von Düsseldorf-Krimis auf und begann eine neue Serie mit der über fünfzig Jahre alten ´Valmira Maya Freifrau zu Bissow´ als Heldin. 2015 stellte er das erste Manuskript dieser neuen Serie mit dem Titel ´Die Freifrau und der Bomber´ fertig. Folgen sollen die Bände zwei (Die Freifrau und die Geisterpiraten) und drei (Die Freifrau und die Pferdediebin).